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Produktionsdaten in Echtzeit aus Maschinen auslesen: Warum Excel Ihre Produktion massiv ausbremst

Produktionsdaten in Echtzeit erfassen und auswerten: Methoden & Praxis

Produktionsdaten sind Informationen aus Maschinen, Anlagen und Fertigungsprozessen, die zeigen, was tatsächlich in der Produktion passiert. Dazu gehören Maschinenzustände, Stillstandszeiten, Zykluszeiten, Stückzahlen, Ausschuss, Prozesswerte, Energieverbrauch und Auftragsfortschritt. Werden diese Daten automatisch und mit geringer Verzögerung erfasst, können Produktionsleiter Abweichungen bereits während der laufenden Produktion erkennen und reagieren.

Für Produktionsdaten in Echtzeit ist deshalb nicht nur entscheidend, wie schnell Informationen auf einem Dashboard erscheinen. Zuerst müssen die relevanten Maschinendaten zuverlässig erfasst, verarbeitet und mit dem notwendigen Produktionskontext verbunden werden. Je nach Maschinenpark kann dies über SPS/PLC, OPC UA, MDE, IoT-Gateways oder nachgerüstete Sensorik erfolgen.

Was sind Produktionsdaten?

Produktionsdaten beschreiben den tatsächlichen Ablauf eines Fertigungsprozesses. Dazu gehören nicht nur technische Signale einer Maschine, sondern auch Informationen über Prozess, Qualität, Auftrag und Energieverbrauch.

KategorieBeispiele
MaschinendatenZustand, Zykluszeit, Stillstand
ProzessdatenTemperatur, Druck, Drehzahl
ProduktionsmengenStückzahl, Gutteile, Ausschuss
QualitätsdatenFehler, Nacharbeit, Prüfwerte
AuftragsdatenProdukt, Auftrag, Schicht
EnergiedatenVerbrauch, Spitzenlast, Energie pro Teil

Maschinendaten sind damit ein Teil der Produktionsdaten. Produktionsdaten gehen darüber hinaus, weil sie technische Maschineninformationen mit dem tatsächlichen Produktionskontext verbinden.

Warum manuelle Planung scheitert

Viele mittelständische Hersteller verwenden nach wie vor Tabellen, um Maschinenzustände, Wartungen und Ausstoß zu dokumentieren. Das ist vertraut und einfach umzusetzen, aber die Nachteile werden deutlich, sobald man den Ablauf genauer betrachtet. Daten werden oft Minuten oder Stunden verspätet eingetragen, Fehler durch manuelle Eingabe summieren sich, und Planungsentscheidungen basieren häufig auf veralteten Informationen.

Excel ist ein leistungsfähiges Werkzeug für Analysen – aber es wurde nicht für kontinuierliche Produktionsdaten in Echtzeit entwickelt. Besonders wenn mehrere Maschinen gleichzeitig laufen, entstehen schnell Datenlücken. Konkrete Zahlen zeigen das Ausmaß. Das Industry-4.0-Barometer 2024 weist einen Anstieg der Digitalisierungsquote von etwa 43 % im Jahr 2022 auf rund 60 % im Jahr 2024 aus. Trotzdem arbeitet ein signifikanter Anteil der Unternehmen weiterhin mit manuellen Tools und Tabellen (VDMA, 2024).

Wenn Produktionsdaten nur verzögert vorliegen, werden auch Kennzahlen wie OEE (Overall Equipment Effectiveness) unzuverlässig. Verfügbarkeit, Performance und Qualität verändern sich im Nachhinein. Wartungsfenster werden übersehen, Engpässe bleiben verborgen, und Probleme eskalieren oft erst, wenn eine Maschine tatsächlich ausfällt. Stellen Sie sich eine Produktionslinie vor, in der Rüstzeiten manuell in Excel erfasst werden. Trägt ein Bediener die Rüstzeit mit fünf Minuten Verzögerung ein, verschieben sich automatisch Taktzeit- und Performance-Werte.

Solche kleinen Fehler summieren sich schnell: Ein durchschnittlicher Zeitfehler von 1–2 Minuten pro Rüstvorgang bei 50 Schichten pro Monat kann mehrere hundert verlorene Produktionsminuten verursachen.
Je später Produktionsdaten verfügbar sind, desto kleiner wird das Zeitfenster, in dem Produktionsleiter noch operativ reagieren können. Genau deshalb ist nicht nur die Qualität der Daten entscheidend, sondern auch die Geschwindigkeit ihrer Erfassung und Bereitstellung.

Versteckte Kosten manueller Datenerfassung: Zeitverlust

Produktionsdaten in Echtzeit erfassen und auswerten: Methoden & Praxis

Excel-Tabellen verursachen Zeitkosten an mehreren Stellen:

  • Dateneingabe
  • Datenabgleich
  • Versionierung und Korrekturen

Die Suche nach der aktuellen Dateiversion kostet oft wertvolle Arbeitszeit.

Laut einer OECD-Studie zur Digitalisierung von KMU (2024) beanspruchen administrative Routineaufgaben einen erheblichen Teil der Arbeitszeit, der durch Automatisierung reduziert werden könnte. Für Produktionsleiter bedeutet das: weniger Reaktionsfähigkeit und langsamere Entscheidungen.

Hier zeigen Produktionsdaten in Echtzeit ihren größten Vorteil. Die Latenz zwischen Ereignis und Reaktion sinkt von Stunden auf Sekunden.

Beispiel:

Ein Sensor erkennt ein ungewöhnliches Schwingungsmuster an einer Maschine und meldet es sofort an das Wartungsteam. Die Instandhaltung reagiert, bevor das Lager überhitzt.

Statt 60–120 Minuten ungeplanter Stillstandszeit entsteht lediglich ein kurzer Eingriff – ohne Produktionsverlust.

Versteckte Kosten manueller Datenerfassung: Qualitätsabweichungen

Qualitätsprobleme entstehen selten plötzlich. Meist beginnen sie mit kleinen Abweichungen:

  • leichte Temperaturänderungen
  • schwankende Zykluszeiten
  • minimale Druckveränderungen

Excel-Protokolle erfassen solche Trends häufig nicht, da sie meist nur Schicht- oder Tageswerte dokumentieren.

Das Problem: schleichende Prozessabweichungen bleiben unsichtbar. Mit Produktionsdaten in Echtzeit lassen sich dagegen automatische Alarmketten einrichten. Sobald ein Parameter einen definierten Grenzwert überschreitet, erhalten Bediener oder Instandhaltungsteams sofort eine Meldung.

Das ermöglicht:

  • schnellere Ursachenanalyse
  • weniger Ausschuss
  • geringere Nacharbeit

Werden Prozess- und Maschinendaten kontinuierlich erfasst, lassen sich Abweichungen früher erkennen und zeitlich einordnen. Das erleichtert die Ursachenanalyse und hilft Produktion und Qualität dabei, wiederkehrende Muster zu erkennen, bevor daraus größere Verluste entstehen.

Wie werden Produktionsdaten aus Maschinen erfasst?

Produktionsdaten können auf unterschiedlichen technischen Wegen erfasst werden. Welche Methode geeignet ist, hängt vor allem vom Alter der Maschine, den vorhandenen Schnittstellen und der benötigten Datentiefe ab.

MethodeTypischer EinsatzVorteil
SPS / PLCmoderne Maschinendetaillierte Maschinensignale
OPC UAvernetzte Anlagenstandardisierter Datenaustausch
MDEautomatische Maschinendatenerfassungzentrale Erfassung von Zuständen und Zeiten
IoT-Gatewayheterogene Maschinenparksverbindet unterschiedliche Maschinen mit IT-Systemen
Externe Sensorikältere BestandsmaschinenNachrüstung ohne tiefen Eingriff in die Steuerung
BDEMitarbeiter- und Auftragsdatenergänzt den Produktionskontext

Bei modernen Maschinen können Informationen direkt aus der Steuerung oder über standardisierte Schnittstellen kommen. Schwieriger wird es in gewachsenen Maschinenparks mit älteren Anlagen unterschiedlicher Hersteller. Dort können Gateways oder externe Sensorik eine zusätzliche Möglichkeit zur Datenerfassung bieten.

Welche Maschinendaten lassen sich in Echtzeit erfassen?

Je nach technischer Anbindung können beispielsweise Maschinenzustände, Lauf- und Stillstandszeiten, Zykluszeiten, Stückzahlen, Alarme, Prozesswerte oder Energieinformationen verfügbar gemacht werden.

Wichtig ist dabei die Unterscheidung zwischen direkt ausgelesenen Daten und abgeleiteten Zuständen. Eine SPS kann beispielsweise einen definierten Betriebszustand bereitstellen. Bei externer Sensorik können Maschinenzustände dagegen aus physikalischen Signalen und wiederkehrenden Mustern abgeleitet werden.

Produktionsdaten in Echtzeit erfassen und auswerten: Methoden & Praxis

Echtzeitdaten vs. Excel

Der Unterschied zwischen manuellen Tabellen und Produktionsdaten in Echtzeit liegt nicht nur in der Geschwindigkeit, sondern auch in der Kontinuität und Nachvollziehbarkeit der Datenerfassung.

  • Zyklusstart
  • Zyklusende
  • Maschinenstopps
  • Energieverbrauch
  • Alarme

Alle Ereignisse werden mit Zeitstempel und Kontext gespeichert. Das verändert die Ursachenanalyse grundlegend. Statt Vermutungen zu diskutieren, können Teams auf konkrete Ereignisse zurückgreifen.

Ein weiterer Vorteil:

Excel erzeugt oft mehrere Versionen einer Datei – lokal, per E-Mail oder auf Netzlaufwerken.

Echtzeit-Systeme liefern dagegen eine einzige konsistente Datenquelle.

Was bedeutet Echtzeit in der Produktion?

Nicht jede Produktionsanwendung benötigt Reaktionszeiten im Millisekundenbereich. Für Maschinensteuerungen oder sicherheitskritische Regelkreise gelten andere Anforderungen als für Produktionsmonitoring und OEE-Dashboards.

Für Produktionsleiter ist häufig entscheidend, dass eine Information schnell genug verfügbar ist, um noch während der laufenden Produktion darauf reagieren zu können. Ein Stillstand muss deshalb nicht zwingend innerhalb einer Millisekunde sichtbar sein – aber er sollte nicht erst im Schichtbericht auftauchen.

Für viele Monitoring-Anwendungen ist daher „Near-Real-Time“ die praktisch relevante Form von Echtzeit: Daten stehen mit so geringer Verzögerung zur Verfügung, dass operative Entscheidungen noch rechtzeitig getroffen werden können.

Wie Echtzeit-Produktionsdaten OEE und Auslastung verbessern

Bei der Verfügbarkeit helfen Echtzeitdaten dabei, Stillstände und Mikrostopps sichtbar zu machen. Bei der Leistung können Zykluszeitabweichungen erkannt werden. Werden zusätzlich Qualitätsinformationen eingebunden, lassen sich auch Ausschuss und Nacharbeit zeitlich mit Produktionsereignissen verbinden.

1. Schnellere Fehlererkennung
Mit Produktionsdaten in Echtzeit lassen sich Abweichungen im Maschinenverhalten sofort erkennen. Statt erst am Ende einer Schicht festzustellen, dass eine Anlage langsamer produziert hat oder ein Stillstand aufgetreten ist, erhalten Teams innerhalb weniger Minuten eine Meldung. Dadurch kann die Instandhaltung schneller reagieren und kleine Probleme beheben, bevor sie zu längeren Produktionsunterbrechungen führen.

2. Energieoptimierung
Echtzeit-Messungen zeigen, wann Maschinen unnötig Energie verbrauchen oder Lastspitzen entstehen. Produktionsleiter können diese Informationen nutzen, um Maschinenstarts besser zu planen oder energieintensive Prozesse zeitlich zu verschieben. Besonders für mittelständische Unternehmen mit Spitzenlastentgelten kann eine Reduktion der Lastspitzen von 5–10 % bereits spürbare Einsparungen bei den Energiekosten bringen.

3. Engpasssteuerung
Live-Zykluszeiten machen sofort sichtbar, wo sich in der Produktion Engpässe bilden. Wenn eine Maschine langsamer läuft als geplant oder sich Warteschlangen zwischen zwei Produktionsschritten aufbauen, kann die Produktion schnell angepasst werden. So lassen sich Kapazitäten gezielter verteilen und Stillstände in nachgelagerten Prozessen vermeiden.

Ein Beispiel aus der Praxis: Viele mittelständische Betriebe zahlen hohe Stromkosten durch kurzfristige Lastspitzen. Wenn Produktionsdaten in Echtzeit genutzt werden, lassen sich Maschinenstarts leicht zeitlich verschieben oder parallel laufende Prozesse besser koordinieren. Schon kleine Anpassungen können die Lastkurve glätten und damit die Energiekosten deutlich reduzieren.

Wie lassen sich Produktionsdaten auswerten?

Das Sammeln von Produktionsdaten ist nur der erste Schritt. Entscheidend ist, die Daten mit konkreten Fragen und Kennzahlen zu verbinden.

Stillstandszeiten zeigen beispielsweise Verfügbarkeitsverluste. Zykluszeiten können auf Leistungsprobleme hinweisen. Stückzahlen ermöglichen Soll-Ist-Vergleiche, während Qualitätsdaten Ausschussmuster sichtbar machen.

Besonders wertvoll sind wiederkehrende Muster. Ein einzelner kurzer Stillstand ist möglicherweise unkritisch. Tritt derselbe Stopp jedoch regelmäßig innerhalb einer Schicht auf, kann daraus ein relevanter Produktionsverlust entstehen.

Die Auswertung sollte deshalb nicht möglichst viele Diagramme erzeugen, sondern Produktionsleitern helfen zu erkennen, welche Verluste zuerst untersucht werden sollten.

Praxisbeispiele

Produktionsdaten in Echtzeit erfassen und auswerten: Methoden & Praxis

Szenario A

Ein Blechbearbeiter nutzte eine zentrale Excel-Liste für Produktionsaufträge. Durch verspätete Schichtübergaben entstanden regelmäßig Abweichungen zwischen tatsächlichem Produktionsstand und Planung. Nach Einführung einer kontinuierlichen Datenerfassung wurden diese Abweichungen bereits während der laufenden Schicht sichtbar und konnten früher korrigiert werden.

Szenario B

Ein Spritzgießbetrieb kämpfte mit hohen Energie-Spitzenlasten.

Durch Echtzeit-Monitoring des Stromverbrauchs pro Maschine wurde die Startreihenfolge der Anlagen angepasst.

Ergebnis:

Deutlich geringere Peak-Kosten und stabilere Energieverbräuche.

Produktionsdaten in Echtzeit bei alten Maschinen erfassen

Produktionsdaten in Echtzeit sind nicht ausschließlich bei neuen Maschinen möglich. Auch ältere Bestandsanlagen können je nach technischer Situation über vorhandene Schnittstellen, Gateways oder externe Sensorik in eine Datenerfassung eingebunden werden.

Hier kommt Retrofit-Sensorik ins Spiel. Externe Sensoren werden direkt an der Maschine montiert und erfassen wichtige Betriebsdaten, ohne in die Steuerung eingreifen zu müssen.

Typischerweise messen solche Sensoren beispielsweise:

  • Vibrationen, um Verschleiß oder Unregelmäßigkeiten früh zu erkennen
  • Energieverbrauch, um Lastspitzen oder ineffiziente Betriebszustände sichtbar zu machen
  • Zykluszeiten, um Produktionsleistung und Stillstände zu analysieren

Diese Daten werden anschließend an lokale Edge-Systeme übertragen, die sie direkt vor Ort auswerten. So werden Produktionsdaten in Echtzeit sichtbar und ermöglichen eine deutlich schnellere Reaktion auf Abweichungen im Produktionsprozess.

Der große Vorteil: Die Maschinensteuerung muss nicht verändert werden. Da bei externer Sensorik kein direkter Eingriff in die Maschinensteuerung erforderlich sein kann, lässt sich die Nachrüstung in vielen Fällen mit geringem Eingriff in bestehende Steuerungsarchitekturen umsetzen. Die konkrete technische und sicherheitsrelevante Bewertung sollte jedoch immer maschinen- und anwendungsspezifisch erfolgen. Gleichzeitig kann die Installation meist innerhalb weniger Stunden erfolgen, was die Nachrüstung besonders für mittelständische Produktionsbetriebe attraktiv macht.

Wie Echtzeitdaten mit MDE, MES und ERP verbunden werden

Maschinendaten beantworten zunächst die Frage: Was passiert gerade an der Maschine?

MDE ergänzt automatisch erfasste Maschinenzustände und Produktionsereignisse. BDE kann Mitarbeiter-, Auftrag- oder Rückmeldedaten hinzufügen. Ein MES stellt den Produktionskontext und geplante Abläufe bereit, während ein ERP beispielsweise Informationen über Auftrag, Produkt und Sollmenge liefert.

Werden diese Ebenen miteinander verbunden, entsteht aus einem einzelnen Maschinenstatus ein Soll-Ist-Vergleich. Produktionsleiter sehen dann nicht nur, dass eine Maschine stillsteht, sondern können auch erkennen, welchen Auftrag und welche geplante Produktionsmenge dieser Stillstand betrifft.

Häufige Einwände

Wir haben keine IT-Kapazität
Viele mittelständische Unternehmen befürchten, dass die Einführung von Produktionsmonitoring große IT-Projekte erfordert. In der Praxis bieten jedoch viele Anbieter Managed-Onboarding und einfache Pilotinstallationen an. Sensoren und Gateways können meist innerhalb weniger Stunden installiert werden, ohne bestehende Systeme zu verändern. Dadurch können Unternehmen mit einem kleinen Pilotprojekt starten, ohne zusätzliche IT-Ressourcen aufzubauen.

Das ist zu teuer
Auf den ersten Blick erscheinen Monitoring-Systeme als zusätzliche Investition. Betrachtet man jedoch die Kosten ungeplanter Stillstände, Ausschuss oder verspäteter Lieferungen, amortisieren sich solche Projekte häufig innerhalb weniger Monate. Besonders wenn Produktionsdaten in Echtzeit genutzt werden, lassen sich Probleme früher erkennen und teure Produktionsausfälle vermeiden.

Wir bekommen zu viele Daten
Viele Unternehmen sorgen sich, dass Monitoring-Systeme große Mengen an Rohdaten erzeugen. Moderne Lösungen filtern jedoch bereits lokal am Edge und übermitteln nur relevante Ereignisse, Warnungen oder Kennzahlen. Produktionsleiter und Bediener sehen daher nicht unübersichtliche Datenströme, sondern klare Hinweise auf Abweichungen und mögliche Maßnahmen.

Unsere Maschinen sind zu alt

Eine fehlende moderne Schnittstelle bedeutet nicht automatisch, dass keine Produktionsdaten erfasst werden können. Je nach Maschine können vorhandene Schnittstellen, Gateways oder nachgerüstete Sensoren genutzt werden, um zumindest die für den jeweiligen Anwendungsfall relevanten Zustände sichtbar zu machen.

Quick-Wins-Checkliste

  • Sensorik zuerst an kritischen Maschinen installieren

  • Edge-Analytics einsetzen

  • Echtzeit-Dashboards für Schichtleiter bereitstellen

  • automatische Alarme definieren

Roadmap für die Umsetzung

Der sinnvollste Einstieg ist ein klar abgegrenzter Pilot mit einer konkreten Fragestellung und wenigen relevanten Kennzahlen.

  • Basislinie mit Excel-Logs erfassen

  • Sensorik installieren

  • 2–4 Wochen parallel messen

  • Echtzeit-Alarme aktivieren

  • OEE-Verbesserung analysieren

Wie lässt sich der Erfolg eines Pilotprojekts messen?

Statt mit pauschalen Verbesserungswerten zu arbeiten, sollte ein Pilot anhand eines klar definierten Ausgangszustands bewertet werden. Je nach Use Case können dafür beispielsweise Stillstandszeit, Verfügbarkeit, Zykluszeit, OEE, Ausschuss oder Energieverbrauch herangezogen werden.

Wichtig ist der Vergleich vor und nach der Einführung. Erst wenn eine Verbesserung über einen ausreichend langen Zeitraum stabil sichtbar ist, sollte der Ansatz auf weitere Maschinen oder Produktionsbereiche übertragen werden.

Häufige Fragen zu Produktionsdaten in Echtzeit

  • Was sind Produktionsdaten in Echtzeit?

Produktionsdaten in Echtzeit sind aktuelle Informationen aus Maschinen und Produktionsprozessen, die mit so geringer Verzögerung verfügbar sind, dass Produktionsverantwortliche noch während des laufenden Prozesses reagieren können.

  • Welche Produktionsdaten sollten erfasst werden?

Typische Daten sind Maschinenzustände, Stillstandszeiten, Zykluszeiten, Stückzahlen, Qualitätswerte, Prozessdaten, Energieverbrauch und Auftragsinformationen. Welche Daten tatsächlich wichtig sind, hängt vom konkreten Produktionsproblem ab.

  • Wie werden Produktionsdaten automatisch erfasst?

Produktionsdaten können beispielsweise direkt aus SPS/PLC, über OPC UA, MDE-Systeme, IoT-Gateways oder externe Sensorik erfasst werden. Welche Methode geeignet ist, hängt von Maschine, Baujahr, Schnittstellen und benötigter Datentiefe ab.

  • Braucht man Zugriff auf die SPS?

Nicht zwingend. Wenn eine direkte SPS-Anbindung nicht möglich oder nicht erwünscht ist, können je nach Anwendungsfall auch externe Gateways oder nachgerüstete Sensoren Produktionszustände erfassen.

  • Können alte Maschinen Produktionsdaten in Echtzeit liefern?

Ja. Auch ältere Maschinen können über vorhandene Schnittstellen oder externe Retrofit-Technologien in eine Datenerfassung eingebunden werden. Welche Daten verfügbar sind, hängt von der jeweiligen technischen Lösung ab.

  • Was ist der Unterschied zwischen Maschinendaten und Produktionsdaten?

Maschinendaten beschreiben vor allem den technischen Zustand einer Maschine. Produktionsdaten verbinden diese Informationen zusätzlich mit Stückzahl, Auftrag, Qualität, Prozess oder Energieverbrauch.

  • Wie werden Echtzeitdaten mit MES und ERP verbunden?

Maschinendaten können über Schnittstellen oder Integrationsplattformen mit MES-, MDE-, BDE- oder ERP-Daten verbunden werden. Dadurch lassen sich reale Maschinenzustände mit geplanten Aufträgen, Zielmengen und Produktionszeiten vergleichen.

  • Was kostet Produktionsdatenerfassung?

Die Kosten hängen unter anderem von Maschinenanzahl, Schnittstellen, Hardware, Software, Integration und gewünschter Datentiefe ab. Deshalb ist ein kleiner Pilot häufig sinnvoller als ein sofortiger Rollout auf den gesamten Maschinenpark.

Der Weg nach vorne

Der Wechsel von manueller Dokumentation zu Produktionsdaten in Echtzeit verändert vor allem den Entscheidungsrhythmus in der Fertigung. Abweichungen werden nicht erst nach einer Schicht oder am nächsten Tag sichtbar, sondern können bereits während des laufenden Prozesses bewertet werden.

Für mittelständische Unternehmen muss der Einstieg dabei kein Großprojekt sein. Ein klar definierter Pilot mit wenigen Maschinen kann zeigen, welche Daten tatsächlich benötigt werden, welche Verluste sichtbar werden und ob sich eine Skalierung wirtschaftlich lohnt.

Gerade bei älteren und heterogenen Maschinenparks können vorhandene Schnittstellen, Gateways und nachrüstbare Sensorik miteinander kombiniert werden, um Schritt für Schritt mehr Transparenz zu schaffen.

Wer sehen möchte, wie Maschinendaten bei Bestandsmaschinen ohne direkten SPS-Eingriff erfasst werden können, kann sich im nächsten Schritt die Novo AI WatchMen-Lösung ansehen.

References

  1. VDMA — Digitalisierung & Industrie 4.0 - Informationen und Studien zur Digitalisierung im Maschinen‑ und Anlagenbau (Zugriff am: 26.02.2026)
  2. ZVEI / VDMA — Bauplanstudie Datenraum Manufacturing‑X - Studie zu Datenräumen und Datenaustausch für den Mittelstand (Zugriff am: 26.02.2026)
  3. Digital‑Manufacturing‑Magazin - Fachartikel und Praxisberichte zur digitalen Fertigung in Deutschland (Zugriff am: 26.02.2026)
  4. Novo AI - WatchMen Lösung - Nachrüstung und lokale Datenverarbeitung (Zugriff am: 26.02.2026)
  5. Novo AI – Maschinendaten für jeden Maschinenpark - Informationen zur retrofit-fähigen Maschinendatenerfassung für heterogene Bestandsmaschinen (Zugriff am: 26.02.2026)
  6. Novo AI Insights - Novo AI - Fachbeiträge, Praxisbeispiele und Analysen zu Produktionsmonitoring, Retrofit-Sensorik und Industrie 4.0 im Mittelstand (Zugriff am: 26.02.2026)
Dimitrij Lewin
Dimitrij Lewin
novoai.de

Dimitrij Lewin, Co-Founder von Novo AI, verbindet industrielle Praxis mit KI-gestützter Retrofit-Technologie. Sein Fokus liegt darauf, bestehende Maschinen in Echtzeit-Datenquellen zu verwandeln und Fertigungen transparenter, effizienter und zukunftsfähiger zu machen.

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